Svartjönna-ein kleines einsames Forellenparadies

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Svartjönna Südzipfel

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Steilwand und Geröllfelder am Westufer
Blick nach Norden
Flacher Südzipfel mit Krautbewuchs
Elchspur mit Hand als Grössenvergleich
Sieben Forellen von 32-36 cm

Rubrik: Angelbericht
Region: Mittel-Norwegen
Fischarten: Bachforelle
Angelmethoden: Spinnfischen

Geo. Länge: 10.551026
Geo. Breite: 64.144932

In der 2. Julihälfte 2014 machte ich einen reinen "Süsswasser-Urlaub" in Mittelnorwegen. Meine Basis war der Hof "Loningaard". Von dort aus machte Ein- und Mehrtagestrips an die Seen des 56 km² grossen Anwesens von Besitzer Ingar Lunde (Kontaktdaten auf der Homepage). Bei ihm bekommt man die "Gesamtlizenz" für alle Gewässers auf seinem Gelände. Kostenpunkt NOK 50 pro Tag, NOK 200 für die Woche , NOK 300 für die gesamte Saison (Stand Juli 2014). Keiner der Seen auf seinem Gelände ist direkt an einer Strasse. Man muss je nach See zwischen ein und sechs Kilometer wandern, um an den jeweiligen See zu kommen. Um an den See "Svartjönna" (knapp 8 ha gross, 200 m ü. NN) zu gelangen, muss man rund 1,2 km laufen. Parken kann man sein Auto nahe einer Brücke über die Lonelva, den Weg habe ich hier mal markiert http://kart.gulesider.no/m/kWLwT.

Weiter Weg zu wilden Bachforellen

Der grösste Teil des Weges geht über eine Waldschneise, die zwar "krumm und bucklig" ist und eine kurze giftige Steigung hat, aber insgesamt gut zu begehen ist. Erst am Ende des Weges geht ein Stück "querfeldein" über den weichen Untergrund aus Moosen, Flechten und Farnen zwischen den Bäumen. Dort trifft man mit etwas Glück auch auf Elche, ich sah am 25.07. nur seine Spuren (siehe Bild). Der äusserste Südzipfel des Sees, an dem man ankommt, ist teils recht flach und hat sogar Krautbewuchs im glasklaren Wasser. Der Forellen-Bestand ist wie an allen anderen Seen von "Loningaard" ein reiner Wildbestand, dort werden keine Besatzmassnahmen gemacht. Ich machte dort einige Würfe. Aber da das Wasser für hiesige Verhältnisse „brühwarm“ war (ein Ergebnis der sehr heißen Tage im Juli 2014) und ich dauernd Kraut aus dem See zerrte, bewegte ich mich weiter nordwärts und „Wow“ da wurde es dann sehr schnell tief. Obwohl ich eigentlich nur die ersten 100-120 m nördlich des Südzipfels auf West- und Ost-Seite befischte, fand ich dort Tiefen von Minimum 10-12 m (wenn nicht mehr) vor .

Da das warme und damit sauerstoffarme Wasser im flachen Südzipfel und an der Oberfläche Forellen nicht besonders behagen sollte , versuchte ich es erst mal gaaaanz tief, ließ also einen 12-G-ABU-Droppen sinken bis zum Grund und holte ihn dann langsam wieder ein. Das war anfangs auch nicht wirklich von Erfolg gekrönt, nur eine 25-cm-Forelle verbiss sich kurz vor dem Ufer am Köder und wurde von mir sofort released. Irgendwann nach einem Auswurf hörte die Sinkphase des Köders sehr viel früher auf, als ich es vorher gewohnt war und die Schnur zuckte seltsam. Da ich Bisse im Absinken vom Zanderfischen mit GuFi kenne, saß der reflexartige Anschlag. Da hatte sich eine 32er Bachforelle den absinkenden (eigentlich aktionslosen) Spinner "reingepfiffen“.

Biss auf Biss im Mittelwasser

Hmmm, sie treiben sich also im Mittelwasser rum ... gut zu wissen ! Im Laufe der nächsten vierStunden fing ich dann mit Spinnern und noch besser mit taumelnd absinkenden Blinkern rund 20 Bachforellen im Mittelwasser (geschätzt zwischen 8 und 4 m Tiefe). Sieben Stück davon (siehe Bild) hatten laut meinem Augenmaß Ü30 cm (wie sich später gemessen rausstellte alle zwischen 32 und 36 cm) und durften später vakuumverpackt in der TK-Truhe kuscheln . Es muss allerdings auch größere Exemplare geben, denn einmal hatte ich gerade wieder ´ne Kleine dran und holte zügig ein, als plötzlich für rund 5 Sekunden ein schwerer Zug „auf der Sache“ war und schwere wuchtige Kopfstöße an der leichten Spinnrute (10 g WG) zu fühlen waren. Dann wurde der Zug wieder leicht und eine recht „mitgenommene“ 20-cm-Forelle folgte sichtlich angeschlagen dem Zug der Schnur. Zu allem Unglück kam sie kurz vor dem Ufer dann auch noch vom Haken ab und „schleppte“ sich wieder davon, sonst hätte ich die Kleine wohl erlöst.

Da es hier allen Aussagen nach keine Hechte gibt, die sonst der Hauptverdächtige für solche Attacken auf gehakte, kämpfende Fische sind, hat da wohl „die Mutter aller Svartjönna-Forellen“ versucht, auf billige Weise zu einem Snack zu kommen und doch wieder losgelassen. Da diese Forelle sich im Folgenden leider nicht mehr zum Köder-Appell meldete, wartet diese Raubforelle noch auf ihren Fänger. Laut Aussage von Ingar, dem Besitzer von Loningaard, sind schon Forellen bis deutlich über 50 cm dort gefangen worden. Nach Absprache mit ihm darf man an dem See auch eine kleines GFK-Ruderboot nutzen (liegt am Südostufer an Land) , welches ich diese Mal nicht machte, da ich meine Automatik-Rettungsweste nicht dabei hatte. Der See wäre sicher auch ein tolles Revier für ein Versuch mit einem Bellyboot, wenn man bereit ist, dieses den Anmarschweg mitzuschleppen! Insgesamt ein sehr empfehlenswerter See für einen Tagestrip!