Forellenparadies Skurvvatnet: Schwierig zu erreichen, aber den Weg wert!

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Kopf einer 46er Bachforelle

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Blick auf den nördlichen Teil des Skurvvatnet
40er und 46er Bachforelle
48er Bachforelle beim Bootsangeln
41er Bachforelle an Bord
Blick auf den südlichen Skurvvatnet
Skurvhytta: Ideale Basis für die Fischerei am Skurvvatnet
Blick von Skurvhytta auf den See
Innenansicht der Skurvhytta
Blick auf die Skurvhytta bei Ankunft

Rubrik: Angelbericht
Region: Mittel-Norwegen
Fischarten: Bachforelle
Angelmethoden: Fliegenfischen, Spinnfischen

Geo. Länge: 10.730335
Geo. Breite: 64.119233

Ich hatte schon länger mal vor Norwegen von einer anderen Seite zu erkunden, d.h. nicht nur das "Standard-Meeresprogramm" auf Dorsch, Köhler und Co zu machen. Bei meinen Recherchen nach "Süsswasser-Adressen" fiel mir eines Tages die Homepage von "Loningaard" auf. Also nahm ich mit dem Besitzer Ingar Lunde Kontakt auf und letztendlich buchte ich bei ihm 14 Tage im Juli 2014 (17.07.-31.07.) auf seinem insgesamt 56 Km² grossen Anwesen, wo er neben der Fischerei auch im Herbst/Winter die Möglichkeit zum Jagen anbietet.

Einsame Hütte für einmalige Erlebnisse

Die meiste Zeit war ich in einer der Hütten auf seinem Hof (klein aber praktisch & sauber und mit erstklassigem WLAN ausgestattet) und wollte von dort in Tagestrips die Seen auf seinem Gelände erkunden. Es gibt für alle Seen & Flüsse auf seinem Gelände eine gemeinsame Lizenz. Tageskarten für NOK 50, Wochenkarten für NOK 200 und Jahreskarten für NOK 300 (Stand Juli 2014). Das besondere an seinen Seen: Keiner ist direkt an einer Strasse, je nach See muss man erst 1-6 Km durch die Mittelgebirgslandschaft der Halbinsel Fosen (Sör Tröndelag) wandern, um dorthin zu gelangen. Für den Zeitraum 20.07.-23.07. hatte ich mir mit der Jagd-/Angelhütte "Skurvhytta" am südwestlichen Zipfel des rund 1 Km² grossen Skurvvatnet (436 m über NN) (http://kart.gulesider.no/m/uNhaR ) etwas Besonderes "gegönnt". Um zu dieser einfachen Hütte zu gelangen muss man von einem Parkplatz auf Ingars Gelände rund 6 Km über einen teilweise markierten Weg zu dieser Hütte hinwandern, hier habe ich grob den Parkplatz und den Weg markiert.  Der Weg ist schmal, geht teilweise steil bergauf und der Boden ist weich, d.h. mit fast jedem Schritt sinkt man in die dünne Vegetationsschicht ein (man ist grossteils über der Baumgrenze in Mittelnorwegen). Der Weg kostet also Kraft und ist deswegen nicht unbedingt was für Tagesausflüge, da man für den An- und Abmarsch je rund 2,5-3 h einrechnen sollte, je nach persönlicher Kondition. Deswegen ist dann die "Skurvhytta" (NOK 400 pro Tag) die ideale Basis, um dort zu fischen.

Wilde Bachforellen

Die Skurvhytta ist eine einfache Angel-/Jagdhütte ohne 220V Strom und fliessend Wasser. Sie ist ist insgesamt 35 M² gross und hat 4 gleichgrosse Räume + eine kleine Trockentoillette (tiefes Plumpsklo mit Trockenstreu zum drüberkippen) . 2 davon sind einfache Lagerräume (unter anderem Brennholz und Ruder fürs Aluboot), die anderen 2 beinhalten zusammen 2 Doppelstockbetten (Schlafsack muss man mitbringen), 2 Tische, 4 Stühle, einen Holzofen zum Heizen und 2 je 2-flammige Gaskocher. Grosse Gasflaschen sind vor Ort. Zu Hütte gehört auch ein Aluboot unten am See, "Viking 370", dass man Absprache mit Ingar auch nutzen darf. Die Hütte hat ein kleines Solar-Panel welches Batterien auflädt, die zum Betrieb von 2 Stromsparleuchten abends reichen. Trinkwasser gibt es im See. Das Wasser ist klar und köstlich! Die Fischerei in den 3 Tagen im Juli war trotz der hier ungewöhnlichen Wärme von 28°C im Schatten (den es aufgrund fehlender Bäume auf der Höhe nicht gibt) und strahlendem Sonnenschein während meines Aufenthaltes schlicht fantastisch!! In den 3 Tagen fing ich zwischen 40 und 50 Bachforellen (reiner Wildbestand, dort wird nichts besetzt) mit einer Durchschnittsgrösse von 35-40 cm, meine grösste in den 3 Tagen hatte 48 cm. Diese Wildfische habe "Feuer im Hintern" und lassen die Bremse gerne mal "singen". Und die Farben dieser Fische sind ein Traum, siehe auch die Bilder!

Wenn der Eistaucher ruft ...

Entnehmen kann man nur die Fische, die man auch vor Ort am gleichen Tag noch essen will. Man hat keinerlei Möglichkeiten, Fische zu kühlen oder gar einzufrieren, der See ist also nix für "Fleischmacher"! Gefangen habe ich meine Fische sowohl mit Spinnködern (Spinner Grösse 2-3, kleine Blinker bis 12 g) als auch mit Fliege (Köcherfliegen-Imitationen + passende Nymphen sowie auch Streamer) sowohl vom Ufer als auch vom Alu-Ruderboot. Bei gutem Wetter ist eine gutes Insekten-Abwehrmittel dort Pflicht, Millionen Bremsen versuchen, einen "anzuzapfen". Wer einen Anflug von Abenteuer & Einsamkeit sucht, bereit ist, Elch und Rentier (in den 3 Tagen habe ich geschätzt 100-120 Rentiere gesehen, teils auf nur10 m Entfernung) als direkte Nachbarn zu haben, sích abends vom lauten, klagenden Ruf des Eistauchers ein wenig Schauder über den Rücken jagen zu lassen und den anstrengenden Anmarsch in Kauf nimmt, wird hier mit einem Forellenrevier der Sonderklasse (!!) belohnt, dass er in 99% der Fälle für sich alleine hat.

Meine 3 Tage dort waren ein absoluter Traum!